"PhenomeNews" Radio Interview

Dies ist ein bearbeitetes Transkript eines Interviews mit Swami Prajnanananda Giri für das „PhenomeNews“ Radio Programm in Detroit, USA, im Dezember 1996.

Interviewer: Swamiji, Sie haben einen ziemlich unterschiedlichen (Lebens-)Hintergrund. Sie wurden in Indien geboren, und waren ein Professor der Wirtschaftswissenschaften bevor Sie Ihren spirituellen Weg eingeschlagen haben. Zu welchem Zeitpunkt haben Sie gemerkt, dass ein Professor zu sein, nicht das war, was Sie tun wollten?

Swamiji: Eigentlich bin ich schon seit meiner Kindheit spirituell. Schon als ich jung war, begann ich nach einem Meister zu suchen, der mich auf dem Pfad der Liebe, Wahrheit und Spiritualität leiten könnte. Ich habe meinen Meister gefunden, unter ihm studierte ich, meditierte ich und versuchte ich die Wahrheit aller Religionen – die Wahrheit des Lebens, die Liebe, die Grundprinzipien des Lebens – durch die Praxis der Kriya Yoga Technik, die er mir beigebracht hatte, zu realisieren. Das war also kein Unfall; Vielmehr war meine Suche ein spontaner und kontinuierlicher Weg, der mir den Antrieb gab, meinen Meister und meinen Weg zu finden, um diesen Pfad einzuschlagen.

Interviewer: Wie wussten Sie als Sie ihren Meister fanden, dass er Ihr Meister ist?

Swamiji: Das ist sehr interessant. Ich besuchte viele Meister, um wirklich herauszufinden, wer mein wahrer Anführer sei. Als ich meinen wahren Meister traf, konnte ich im Verlauf meiner Verbindung zu ihm beurteilen, dass er der wahre Wegweiser war, der mir helfen konnte, mich zu entwickeln und auf dem Pfad der Liebe und der Spiritualität voranzukommen. Daher war das Finden meines Meisters eine reifliche Entscheidung, die in Übereinstimmung mit der Liebe und dem Segen Gottes getroffen wurde.

Interviewer: Swamiji, warum braucht jemand einen Meister, einen Guru? Könnte man nicht für sich selbst meditieren?

Swamiji: Wir lernen alles von jemanden – einem Lehrer, einem Vorbild. Als Sie Lesen und Schreiben lernten, hatten Sie da keinen Lehrer, der Sie unterrichtet hat? Gleichermaßen ist es besser auf dem Weg der Spiritualität einen Anführer zu haben, der uns unterrichten kann. Sogar Jesus hatte einen Anführer – Johannes den Täufer. Jesus unterwies seine 12 Jünger und viele mehr. Auf jedem spirituellen Weg, in jeder Religion ist eine Führungsperson nötig. Diese kennt das Ziel und hat das Ziel selbst erreicht. Diese Person sagt, „Das ist das Ziel, komm mit mir; ich kann dich mitnehmen.“

Interviewer: Was ist der Unterschied zwischen einem „Meister“, einem „Guru“ und einem „Swami“?

Swamiji: „Guru“ ist ein Wort aus dem Sanskrit, das eigentlich bedeutet „einer, der ein realisierter Meister ist.“ Ein Guru ist ein Meister, der die Wahrheit verwirklicht hat, insbesondere der die Wahrheit realisiert hat, indem er dem yogischen Pfad gefolgt ist und der den pulslosen und atemlosen Zustand des Nirvikalpa Samadhi erlangt hat. In der Bibel steht, „Jeden Tag sterbe ich“, das heißt „jeden Tag gehe ich in den Zustand wo es keinen Puls, keinen Atem mehr gibt.“ Ein Meister ist der, der völlige Kontrolle über seinen Geist, seinen Atem und tatsächlich über all seine Körpersysteme hat. Er ist sich immer seines inneren Selbstes und Gottes bewusst. In der indischen Sprache gibt es einen „Guru“ und einen „Acharya“. Ein Acharya ist ein Lehrer, aber ein Guru ist der Meister, der Verwirklichte, der Erleuchtete. Lehrer gibt es viele, aber Meister nur wenige. Ein Swami ist ein Meister, ein Lehrer oder ein Student.

Interviewer: Kannte Ihr Guru Paramahamsa Yogananda, den Autor der Autobiografie eines Yogi?

Swamiji: Mein Meister war ein Schüler von Paramahamsa Yoganananda. Paramahamsa Yoganandaji und mein Meister waren beide Studenten und Schüler von Swami Shriyukteshwar. Später hat mein Meister von Paramahamsa Yoganandaji einige höhere Kriya Yoga Techniken erlernt.

Interviewer: Swamiji, ist Ihr Guru noch am Leben?

Swamiji: Ja er ist achtundneunzig Jahre jung und reiste durch die ganze Welt: Amerika, Europa, Australien und Süd-Amerika. Auch heute noch ist sein Gehirn sehr leistungsfähig, arbeitet perfekt und steuert alle körperlichen Fähigkeiten. Er ist körperlich, geistig und spirituell voller Kraft, und führt immer noch Menschen an. Er erlangte den pulslosen, atemlosen Zustand, wo alle Ärzte erklärten, dass er klinisch tot sei. Aber, nach einer Weile kam er zurück. Es ist eine seltene Gelegenheit einen Meister zu treffen, der völlige Kontrolle über alle Aktivitäten seines Körpers hat. Er reist durch die ganze Welt, so dass Menschen ihn treffen, etwas über Yoga lernen, und eine alten Mann sehen können, der diesen Zustand erreicht hat, mit solch einem Gehirn, auch wenn er fast neunzig Jahre alt ist.

InterviewerUnd Sie folgen jetzt denselben Lehren wie Ihr Meister?

Swamiji: Ja, in den letzten sechszehn Jahren habe ich die gleiche Technik praktiziert, und die letzten fünf oder sechs Jahre habe ich diese Technik Menschen gelehrt: erst in Indien, jetzt im Westen: in Amerika und auch in Europa

Interviewer: Da gibt es eine Ruhe in Ihren Augen, eine Zentriertheit umgibt Sie. Schreiben Sie das den Lehren Ihres Meisters zu?

Swamiji:  Die Technik, die wir praktizieren und lehren, basiert  auf Atemkontrolle. Der Atem reguliert das menschliche Leben. Wenn jemand ärgerlich ist, dann ist das eine Art des Atems; wenn jemand voller Emotionen ist, dann ist das eine andere Art des Atems. Wenn jemand voller Angst – Sorgen – ist, dann ist die Atmung anders. Nehmen Sie eine brennende Kerze. Wenn ein Wind weht, wird die Flamme gestört. Doch, wenn es keinen Wind gibt, dann ist die Luft immer noch da. Dann ist die Flamme sehr ruhig und gleichmäßig. Gleichermaßen können Sie den Geist regulieren, wenn Sie es verstehen den Atem zu regulieren. Menschen erkennen den Wert des Atems nicht. Die yogischen Schriften besagen, dass das menschliche Leben davon bestimmt wird, wieviele Atemzüge wir machen. Jemand, der ärgerlich oder emotional ist, atmet vielleicht zwanzig bis fünfundzwanzig Mal pro Minute. Der Durchschnittsmensch atmet etwa fünfzehn Mal pro Minute, und jene die meditieren, können die Atemfrequenz sogar weiter reduzieren. Dies geschieht nicht durch Anstrengung, sondern vielmehr durch ein klein wenig inneren Bewusstseins. Wenn der Atem ruhelos ist, dann ist auch unser Geist ruhelos. Durch Meditation wird der Atem sehr langsam. Atembewusstsein führt zu Gottesbewusstsein. Gott atmet. Wenn man die Technik der Atemregulierung kennt und weiß wie man die Präsenz Gottes, der voller Liebe ist, in jedem Atemzug wahrnimmt, dann wird das Leben friedlich, liebevoll und ruhig. Tatsächlich kann man das Leben regulieren und ständige Ruhe und Frieden finden. Als Ergebnis der Meditation und täglichen Praxis, kann solch ein Zustand zur ständigen Erfahrung werden.

Interviewer: Hat es irgendeine Bedeutung bestimmte Nahrung zu sich zu nehmen um diesen Zustand der Ruhe aufrecht zu erhalten?

Swamiji: In der Bibel steht geschrieben, dass das himmlische Königreich nicht eine Frage des Essens oder Drinkens ist. Eine schwache Person kann alles essen; eine starke Person kann alles essen und verdauen. Die Bibel und die Bhagavad Gita sagen, dass das Essen moderat sein sollte. Gott hat jede Art der Nahrung geschaffen; man sollte Nahrung in Maßen zu sich nehmen, in einer angemessenen Menge. Eine ausgewogene, regulierte Ernährung in regelmäßigen Abständen führt zu einer guten Gesundheit. Wenn Sie Vegetarier sind – gut. Aber wenn Sie innerlich nicht-vegetarische Kost möchten, und Sie zwingen sich dazu vegetarisch zu leben, ist das nicht gut. Wenn Sie Meditation praktizieren und auf Ihr inneres Gewissen hören, dann werden Sie wissen, was Sie essen sollen.

Interviewer: Gibt es irgendwelche mystischen Lehren oder Studien, die eine Person absolvieren muss, wie zum Beispiel das Lesen der heiligen Schriften oder der vedischen Texte, um Kriya Yoga zu lernen?

Swamiji: Ich sage im allgemeinen, „Wenn Sie ein Christ sind, lesen Sie die Bibel; wenn Sie ein Hindu sind, dann sollten Sie die Bhagavad Gita lesen, Wenn Sie ein Moslem sind, sollten Sie den Koran lesen,“ und durch die Meditation und die Lehren des Kriya Yoga werden Sie Ihre Schriften besser verstehen. Sie werden erkennen, dass das, was ein bestimmter „Sohn Gottes“, „Prophet“ oder „Meister“ lehrt, allen Lehren gemein ist; es gibt keinen Unterschied. Daher ist es am besten nicht darauf zu bestehen: „Lesen Sie nur das!“. Lesen Sie alle Schriften, die Sie lieben, aber versuchen Sie nicht, zu viel zu lesen. Lesen Sie ein bisschen und bringen Sie durch die Meditation das, was Sie gelesen haben, in Ihren Alltag. Praktische Umsetzung ist wichtiger als Lesen, weil Spiritualität jenseits der intellektuellen Entwicklung stattfindet. Bei der Anwendung der Schriften im täglichen Leben brauchen Sie beides – Theorie und Praxis. Dies wird Ihnen helfen ein Leben in Liebe, Reinheit und Wahrheit zu führen.

InterviewerGibt es irgendwelche „Hindernisse“, die eine Person beseitigen muss? Angenommen, jemand hat bereits ein Glaubenssystem?

Swamiji: Kriya Yoga schafft keine Hindernissen für eine Glaubensüberzeugung; vielmehr, macht Kriya Yoga diese stärker. Wir leben in dieser Welt, aber unser Glauben ist nicht stark. Wir glauben an viele Dinge, aber wir glauben nicht an unser eigenes Selbst. Wir glauben nicht an unseren Atem, der Tag und Nacht zirkuliert und uns das Leben schenkt. Glaube ist Liebe. Liebe ist Glaube.

Interviewer: Kann dies an einem Wochenende gelehrt werden oder dauert das länger?

Swamiji: Wenn man die Technik erlernt, helfen wir den Studenten erst Licht, Ton und Pulsation-Schwingung wahrzunehmen. Danach lehren wir die Technik. Sie werden einen Ton hören, eine innere Stimme. Wenn Sie die Bibel lesen, in Johannes 1:1 steht geschrieben, „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort ist Gott.“ Sie können die innere Stimme Gottes durch Kriya Yoga hören. Sie können auch das Licht sehen, das Licht des dritten Auges, das göttliche Licht. Matthäus 6:22 sagt, „Wenn Dein Auge gesund ist, dann wird Dein ganzer Körper hell sein.“ Man kann das göttliche Licht sehen. Daher helfen wir, bevor wir Kriya Yoga lehren, den Studenten das Licht, den Ton und die Pulsation im ganzen Körper wahrzunehmen. Dann lehren wir Kriya Yoga. Sie sollten mindestens zu zwei oder drei geführten Meditationen kommen, um die Technik zu perfektionieren; dann können Sie zu Hause üben. Später, wenn ein Schüler Zweifel hegt, kann er oder sie uns kontaktieren und Fragen stellen. In Kriya Yoga gibt es auch keine gefährlichen Fehltritte oder Nebenwirkungen. Bei einigen anderen yogischen Techniken kann es zu Schwierigkeiten kommen, wenn der Übende die Technik falsch praktziert, aber Kriya Yoga ist frei von dieser Art von Gefahren. Wenn eine Person mit den Lehrern am ersten Wochenende zwei oder dreimal übt, kann sie später die Technik zu Hause praktizieren. Aber die Einweihung ist nur eine Einführung in die Praxis des Kriya Yoga.

Interviewer: Muß man täglich üben um es zu erhalten? Wie lange meditieren Sie täglich?

Swamiji: Ja. Genau so wie wir jeden Tag essen um den Körper zu erhalten, so sollten wir auch täglich meditieren, uns Zeit nehmen für das innere Selbst, für Gott. Zehn bis fünfzehn Minuten jeden Tag sind genug. Es ist nicht nötig zu viel zu meditieren.

Ich arbeite zum Beispiel jeden Tag circa achtzehn bis neunzehn Stunden. Durch ständige Meditation können wir uns Gottes, der Seele, des inneren Geistes bewusst sein, so dass ich mir selbst während der Arbeit – während ich mit Ihnen sprechen –bewusst bin, wer durch diesen Mund spricht, denn ich bin nicht nur eine Maschine. Daher kann ich sagen, dass ich vierundzwanzig Stunden am Tag meditiere. In dieser modernen Welt haben die Menschen weniger Zeit. Die Technik kann in zehn Minuten am Tag praktiziert werden, wenn sie mit Konzentration und Liebe geübt wird.

In Gottes Welt ist alles möglich. Die Wahrheit ist in Ihnen, und Sie müssen lernen das wahrzunehmen. Jene, die Kriya Yoga praktizieren, können den Ton, die Schwingung und das verschiedenfarbige Licht jeden Tag wahrnehmen. Jede Substanz besteht aus Licht, jede Substanz ist lediglich eine kondensierte Form von Licht. So strahlt jeder Mensch Licht aus und in jedem Menschen ist Licht. Jesus sagte, „Ich bin das Licht Gottes. Ich bin das Licht der Welt.“ Jesus ist kein Mann aus Fleisch und Blut. Jesus ist in Ihnen. Sie müssen lernen dieses Licht zu sehen. Wenn Sie sich innerlich konzentrieren und die Kriya Yoga Technik praktizieren, können Sie das Licht sehen. Wenn Sie Kriya Yoga praktizieren, dann können Sie viele Farben des Lichts, die in Ihnen kommen und gehen, erfahren. Es ist immer da.

Interviewer: Hat Jesus Kriya praktiziert?

Swamiji: Jesus hat eine Technik ähnlich dem Kriya Yoga praktiziert. Wir wissen nicht genau, ob Jesus Kriya praktiziert hat oder nicht, aber ich habe die Lehren Jesu gründlich studiert und darüber meditiert, und ich verstehe, dass das, was er unterrichtete, der Technik des Kriya Yoga sehr ähnlich war. Wenn man Kriya Yoga täglich praktiziert, wird man sich guter Gesundheit erfreuen, einen ruhigen Geist, einen starken Intellekt und Intelligenz besitzen. Zur gleichen Zeit wird man sich seines inneren Selbstes und des höchsten Geistes, Gott, bewusst werden.

Wenn Sie die Bibel lesen, Genesis 1:27, 2:7, und 5:1, werden Sie finden, dass Gott uns in Seinem Abbild geschaffen hat und Er atmet den Atem des Lebens durch die Nasenlöcher eines jeden Lebewesens. So sind wir lebendig und wir sind die Seele. Der Atem der Menschen ist der Atem Gottes. Ohne Atem ist man tod. Wir sind lebendig durch die Liebe Gottes, und Atem ist die Liebe Gottes. Wenn Sie Gottes Liebe in jedem Atemzug wahrnehmen, dann wird Ihr Leben von Liebe erfüllt sein. Jene, die Meditation praktizieren fühlen das. Daher bringt Kriya Yoga eine allumfassende Entwicklung. Wenn Sie Hatha Yoga praktizieren, werden Sie gute Gesundheit erlangen. Raja Yoga lehrt Atemtechniken, die Ihre Konzentration steigern wird. Kriya Yoga schafft eine gleichzeitige Entwicklung von Körper, Geist, Intellekt und Seelenbewusstsein.

Interviewer: Swamiji gibt es eine einfache Technik, die Sie unseren Hörern mitgeben könnten, wo sie etwas von dieser Atemtechnik, oder zumindest etwas Ruhe erfahren könnten?

Swamiji: Danke für Ihre Frage. Ich bin glücklich eine einfache Technik zu beschreiben, die jeder jederzeit praktizieren kann. Es ist die Übung der Atembeobachtung. Atem strömt Tag und Nacht ein und aus. Die Yogis sagen, dass eine normale Durchschnittsperson 21600 Mal in 24 Stunden atmet. Wir sollten uns jedes Atems, wie er ein- und ausströmt, ein bisschen bewusst sein. Wir sollten jeden Atem etwas länger machen, und in jedem Atemzug fühlen, dass es die Liebe Gottes ist. Ohne Atem werden wir sterben. Nehmen Sie geistig war, dass jeder Atemzug die Liebe Gottes ist, das Er atmet – Gott atmet. Durch diese Praxis werden Sie Stille erleben. Sie können das in jeder einfachen Position – auf dem Stuhl sitzend, am Bahnhof wartend, oder am Flughfen und bei der Arbeit im Büro machen. Es ist eine sehr einfach ausführbare Technik; und gleichzeitig ist sie wohltuend. Studenten können die ganze Technik, die eine allumfassende Entwicklung bringt, lernen. Es ist eine sehr einfache, simple Technik. Jeder im Alter über dreizehn Jahre kann praktizieren.

Interviewer: Könnte jemand diese Techniken üben, wenn er bettlägrig oder krank ist?

Swamiji: Ja. Man sollte die Präsenz Gottes jederzeit wahrnehmen, kein Problem in welchem Zustand oder welchem Alter Sie sind – jung oder alt – das macht nichts. Gott zu lieben ist keine Frage der Zeit, keine Frage des Alters; Meditation ist für alle. Jeder kann das üben, auch auf dem Bett. Wenn Sie die Technik kennen, was zu tun ist and wie es zu tun ist, können Sie zudem von vielen Krankheiten frei sein. Wenn Sie ständige Ruhe wahrnehmen, werden Sie auch von körperlichen Schmerzen nicht gestört werden. Sie können schmerzfrei sein. Das hängt von der Tiefe der Praxis und wie sehr Sie mit Liebe praktizieren ab.

terviewer: Was empfehlen Sie Menschen, die versuchen zu meditieren, aber den Geist nicht abstellen können?

Swamiji: Die wahre Bedeutung von Meditation ist über den Geist hinauszugehen. Viele Menschen denken, dass sie meditieren, aber wenn sie ihr eigenes Gewissen befragen, können sie sehr leicht erkennen, dass Ihr Geist sie austrickst. Wenn sie die Kriya Yoga Technik lernen, können Sie ganz leicht den Geist weg von der ruhelosen Welt hin zur inneren friedlichen Welt einstimmen. Das ist möglich. Die Technik ist essentiell. Wenn Sie mit geschlossenen Augen im Auto sitzen und mit gefalteten Händen sagen, „oh Auto, fahr bitte“, dann wird das Auto nicht fahren. Es gibt eine Technik das Auto zu fahren. Gleichzeitig ist die Meditation eine Technik, mit der sie den ruhelosen Geist in einen ruhigen, friedlichen Zustand bringen können. Das ist durch die Kriya Technik möglich. Jeder sollte das lernen. Es ist eine wissenschaftliche Technik, deshalb brauchen Sie eine Anleitung, einen Lehrer. Es ist nicht möglich diese durch das Lesen eines Buches zu lernen. Sie ist ganz einfach direkt, in kurzer Zeit zu erlernen.

Interviewer: Swamiji, ich habe bemerkt, dass Sie einen roten Punkt auf der Stirn haben. Was ist das dritte Auge, und was bedeutet der rote Punkt?

Swamiji: Wunderbare Frage. Wenn Sie sich erinnern, habse ich vorhin die Bibel zitiert – Matthew 6:26: „Wenn Dein Auge gesund ist, dann wird Dein ganzer Körper hell sein.“ 

(wörtlichere Übersetzung: „Wenn Dein Auge einzeln ist, wird Dein Körper voller Licht sein“.

Wie machen Sie das Auge einzeln? Gott hat uns zwei Augen gegeben, und zwei Augen schaffen die Dualität. Wir sehen immer gut und schlecht, Winter und Sommer, Freund und Feind, aber in allem ist Einheit. Diese Einheit ist das dritte Auge, das in Ihnen ist – repräsentiert von dem roten Punkt. Das dritte Auge symbolisiert die Seele, den Geist im Inneren. Wir müssen uns im Inneren konzentrieren und meditieren. In den Evangelien sagte Jesus: „Nimm Dein Kreuz auf Dich und folge mir!“ Welches Kreuz sollten Menschen tragen? Dieses Kreuz ist ein Kreuzungspunkt der Wirbelsäule mit dem Gehirn. Hinter dem Mittelpunkt zwischen den Augenbrauen, im Inneren, da ist das Kreuz. „ Sie sollten ihr eigenes Kreuz tragen und mir folgen“ heißt – Sie sollen nach Innen gehen und Christus folgen, der in Ihnen ist. Christus ist unsterblich. Christus ist nicht tot.    

Das Christusbewusstsein ist in Ihnen. Mönche tragen gewöhnlich den roten Punkt zwischen den Augenbrauen, dies symbolisiert die Wahrnehmung im dritten Auge. Das dritte Auge ist das Auge des Christus-, Gottes- und Seelenbewusstseins. Hindus würden es Krishnabewusstsein nennen. Auch wenn Sie die Sonne am Himmel betrachten, wenn die Sonne aufgeht, ist es ein roter, runder Punkt, ein Ball. Die gleiche Sonne – die Seelensonne – ist in uns. Der rote Punkt ist eine physische Markierung, die uns hilft uns zu erinnern, dass die Seelensonne in uns ist. Wegen der Seelensonne ist das Licht und Leben in uns.

Interviewer: Was ist die Bedeutung der Farbe orange oder pfirsich, die Sie tragen?

Swamiji: Das hat viele Bedeutungen. Die Mönche in Indien, die dem sogenannten Familienleben und dem weltlichen Leben entsagt haben, tragen Kleidung in dieser Farbe. Es symbolisiert das Feuer. Feuer verbrennt alles. Diese Farbe ist eine Erinnerung, dass ein Mönch sich immer des Geistigen bewusst sein sollte, nicht nur des Körpers. Der Körper wird durch Feuer verbrannt, und der Yogi ist sich immer der Wahrheit, dem Geistigen in uns bewusst. Das ist das spirituelle Feuer. Um das Feuer zu erhalten, sollte es Sauerstoff geben. Ohne Sauerstoff wird eine Kerze nicht brennen. Um das innere Feuer  – das heilige Feuer – zu wahren, brauchen wir Sauerstoff, den Atem. Wegen dem Atem, bleibt der Körper warm. Das Feuer ist warm, so ist auch der ganze Körper warm. Wir nehmen das Feuer Gottes nicht wahr, das in uns ist, aber wir sollten mit jedem Atemzug dieses Feuer lieben. Das ist das Leben. Dies sind die Aktivitäten unseres Körpers. Das ist Kriya Yoga.

Interviewer: Swamiji, Sie machen das nun seit sechzehn Jahren, sagten Sie. Wie denken Sie, hat sich die Spiritualität in dieser Zeit verändert? Wie hat sich das Interesse der Menschen in Bezug auf diese Seite ihres Wesens verändert oder gesteigert?

Swamiji: Das ist eine gute Frage. Diese Welt wächst so schnell, in dem Sinne, dass „Welt“ „das Bewusstsein der Menschen“ bedeutet. Menschen werden Tag für Tag spiritueller. Sie neigen zu innerem Frieden, innerer und äußerer Harmonie. Das ist es, was ich fühle, was ich wahrnehme. Ich sah das in Indien und in Europa. Ich sah es hier in Amerika. Immer mehr Menschen suchen nach Liebe, Frieden und Wahrheit. Es ist meine Überzeugung, mein Verständnis und meine Wahrnehmung, dass die Menschen von Tag zu Tag spiritueller werden.

Interviewer: Swamiji, wenn wir Kriya Yoga praktizieren, können wir die Praxis auf die Welt ausdehen um eine Vision des Weltfriedens zu sehen, zu sehen, wie die Dinge in einer Einheit zusammenkommen, um eine andere Vision der Welt zu haben?

Swamiji: Gott ist die Einheit und wir sind die Vielfalt. Es gibt einen Gott, und wir sind Seine Kinder. Ein Geist, der in uns allen wohnt. Wir atmen diesselbe Luft, denselben Atem und dieselbe Kraft Gottes. Wenn jene, die meditieren, die Kriya Yoga praktizieren, die Wahrheit im Innen wahrnehmen, dann können Sie auch die Wahrheit im Außen in jedem Menschen wahrnehmen. Wir sind nicht dazu geboren zu streiten, zu kämpfen, uns zu wehren oder Krieg zu stiften, sondern um Frieden zu bringen - Frieden in unserem inneren Leben, Frieden im täglichen Leben, und dieser Frieden kann überallhin ausstrahlen. Die Welt ist friedlich. Doch, wenn die Menschen nicht verstehen, dass sie von ihrem wahren Wesen abgekommen sind, streiten sie. Täglich ist das menschliche Leben erfüllt von Problemen, Unglück und Sorgen. Doch wenn Menschen meditieren, etwas in sich gehen, könnnen Sie sehen, dass wir geboren sind um zu lieben. Das ist möglich und kann überall Frieden bringen. Erst muss man in sich Frieden finden; dann kann man anderen Frieden schenken. Wenn man Geld in der Tasche hat, kann man es anderen geben, daher verdienen Sie erst Geld.

In der materiellen Welt sind Menschen damit beschäftigt Geld zu verdienen und auszugeben. Gleichermaßen sollten sich Menschen des spirituellen Geldes, spirituellen Reichtums bewusst sein. Durch Meditation können sie Frieden erlangen und den spirituellen Reichtum verteilen. So ist es möglich, den Frieden im Innen und Außen zu finden.

Interviewer: Vor 2000 Jahren wurde Jesus geboren, und das Jahr 2000 steht an. Es scheint mir als ob etwas Magisches passieren wird.

Swamiji: Sie denken 2004 Jahre nach der Geburt Jesus, aber es ist Gottes Schöpfung. Gott liebt die Schöpfung. Gott liebt jeden Menschen gleichermaßen. Gott ist nicht parteiisch. Gott wünscht sich, dass jedes Seiner Kinder schöner sei, und ich glaube dass jeden Tag mehr und mehr schöne Menschen, mehr und mehr Schönheit, Harmonie und Liebe existieren wird. Wenn Veränderungen 2004 Jahre nach der Geburt Jesu geschehen, wird es eine schönere Welt sein - voller Liebe, nicht voller Chaos.

Interviewer: Swamiji, Weihnachten steht vor der Tür, wie feiern Sie diesen Festtag?

Swamiji: In den letzten zwei Jahren war ich zu Weihnachten in Wien, da feierten wir Weihnachten und Neujahr acht Tage lang mit intensiven Meditationen an Jesus, wir fokusierten uns darauf das Christus Bewusstsein und die Liebe Jesus in unserem Selbst wahrzunehmen. Wir verbrachten die Tage mit Lesungen aus der Bibel and Meditation an der wahren Bedeutung dieser Passage. Auch wenn Jesus technisch in Bethlehem geboren wurde, er sollte in Ihrem Inneren geboren werden. Wenn das Christus Bewusstsein nicht in Ihnen geboren wird, dann ist das Feiern von Weihnachten, wenn wir uns nur treffen und uns begrüßen, kein wahres Weihnachten. Das wahre Weihnachten ist es Jesus zu spüren wie er in Ihnen und Ihrem Körper geboren wurde, Christus in sich wahrzunehmen, die Liebe von Chr istus wahrzunehmen. Das feiern wir. Nach meinem Verständnis wurde Jesus am 8. Tag nach seiner Geburt im Tempel vorgestellt. Er wurde in der Nacht des 24. geboren und am 1. Januar – am 8. Tag danach, wurde er im Temple vorgestellt und Jesus genannt. Jesus bedeutet „der Retter“, und Jesus ist das Christus Bewusstsein in Ihnen. Wenn Sie ihn warhnehmen, dann sind Sie gerettet. Sie werden ständigen Frieden und Liebe wahrnehmen. Durch die Namensgebung des Kindes "Jesus" begann eine neue Ära in der Wahrnehmung von Wahrheit und Liebe. Dies ist nach meinem Verständnis das Neue Jahr.

Wir feiern von 24. Dezember bis 1. Januar. Viele Menschen sind sich dessen nicht bewusst, warum sie den 1. Januar, das Neue Jahr feiern. Wissen Sie warum? Das Neue Jahr sollte Ihnen ein neues Leben bringen – ein Leben in Gott, ein Leben in der Wahrheit, ein Leben in Reinheit, ein Leben in Liebe, ein Leben in Jesus, ein Leben in Weihnachten. Sie sollten jeden Tag wie den Neujahrstag behandeln; Sie sollten nicht nochmal 365 oder 366 Tage auf die Ankunft des Neuen Jahres warten. Jeden Moment verändert sich die Welt. Jeder Tag ist neu, jeder Moment ist neu, und jeder Atemzug ist neu. Gott verändert ständig Ihre Zellen und jeden Teil des Körpers. Gott macht Sie neu.  Das Ziel ist es, das Neue wahrzunehmen, zu erkennen, dass das Neue in jedem Moment das Neue Jahr ist. Daher liebe ich Gott in jedem Moment, und jeder Moment ist das Neue Jahr für mich. Ich warte nicht.

Interviewer: Herzlichen Dank Swamiji, dass Sie heute bei uns in der Sendung waren!