Der Atem Gottes ist unser Lebensatem

„Wenn Sie Ihren Atem lieben, lieben Sie die lebendige Kraft Gottes in sich und Sie werden die Wahrheit finden.“

Gott ist all-durchdringend, allgegenwärtig, allwissend, allmächtig. Wo ist Er nicht? Er ist in jedem Menschen präsent, in Tieren, Insekten, Pflanzen, Bäumen, Schlingpflanzen, Gräsern - alle Lebensformen sind durch seinen Atem lebendig.

Die Shvetashvatara Upanishade (6:11) besagt, „der eine himmlische Vater verbirgt sich im Kopf eines jeden Menschen, all-durchdringend, das innere Selbst aller Wesen.“ Während er im Kopf eines jeden Menschen wohnt, atmet Gott ein. Gott atmet vom Tag unserer Geburt an. Daher sind wir für die Gottesverwirklichung geboren. Unser ganzer Körper ist Gott; das ganze Universum ist Gott. Ohne Seine Einatmungen würde unser Leben zu Ende sein.

Die Menschen haben zwei Körper. Den grobstofflichen Körper – ham ( bedeutet „Ich bin“) – ist voller Verblendung, Illusion und Irrtum. Aber am höchsten Punkt des Kopfes, verbirgt sich der Herr im formlosen Zustand, und Er bewirkt unsere Einatmung. Das ist unser sa – Körper. Das Shiva Svarodaya (51) beschreibt, „im Prozess der Ausatmung ist die Silbe ham enthalten, und die Einatmung beinhaltet die Silbe sa.“  In ähnlicher Weise gibt das Gheranda Samhita (5:84) an, „Der Atem jedes Menschen macht beim Einströmen den Laut sa und beim Ausströmen (bahiryati) den Laut ham. Dies ist Hamsa oder so-ham.

Der höchste allmächtige Vater versteckt sich in der Fontanelle am höchsten Punkt des Kopfes, er zieht die Einatmung herein, und deshalb leben wir und können arbeiten. Menschen machen generell fünf Arten der Arbeit: Geld verdienen durch den Atem, sexueller Genuss durch den Atem, Essen und Verdauen durch den Atem, Gefühl von Wut, Stolz, Grausamkeit usw. im Herzzentrum durch den Atem und der Aufbau eines religiösen Gemütszustandes im Vakuumzentrum, weil Er einatmet. Wenn Er nicht einatmet, hören alle Menschen auf zu existieren.

Es gibt fünfzig Arten des Atems, davon schenken uns neunundvierzig Verblendung, Illusion und Irrtum. Es gibt einen sehr kurzen Atem, der Frieden, Göttlichkeit und Befreiung schafft. Gott atmet all diese Atemtypen ein. Menschen sind völlig in der materiellen Welt gefangen, weil sie nicht wissen, wie sie einen subtilen kurzen Atemzug erzeugen können.

Viele Religionen, Kulte, Sekten und Orden lehren verschiedene Wege zur Gottesverwirklichung, die sich komplett auf die fünf Sinnesorgane stützen. Die Kena Upanishade (1:2-9) erklärt, dass unsere fünf Sinnesorgane durch die Kraft Gottes aktiviert sind, daher können wir Gott nicht durch die Sinnesorgane erkennen. Beobachten Sie den Geist von weltlichen Menschen: Sie sind religiös und tun äußerlich viel Gutes, aber ihr Geist ist ständig von der materiellen Welt beschlagnahmt, immer ruhelos.

Die Kriya Yoga Technik, die wir lehren stützt sich nicht auf die fünf Sinnesorgane. Sie steht in keinem Buch geschrieben; sie kann nur direkt von einem realisierten Kriya Yoga Meister oder seinen autorisierten Acharyas erlernt werden. Kri heißt „zu arbeiten.“ Ya ist das innewohnende Selbst, sa, das sich in der Fontanelle, dem höchsten Punkt am Kopf, verbirgt. Kriya Yoga ist die Grundlage aller Religionen. Was ist diese Grundlage? Gelassenheit und dies ist Göttlichkeit. Wahre Gelassenheit kann nicht ohne die Führung eines verwirklichten Meisters erreicht werden. Der Professor der Medizin muss seinen Studenten beibringen wie ein Körper sinnvoll zu sezieren ist. Die Studenten lernen die praktische Komposition des ganzen menschlichen Systems. Gleichermaßen müssen die Gottessucher praktische Spiritualität von einem realisierten Meister lernen. Genauso wie sich Ihr ganzer Körper sofort mit Strom füllt, wenn Sie ein blankes Stromkabel berühren, ebenso werden sie innerhalb kurzer Zeit, wenn Sie von einem verwirklichten Meister berührt werden und gemäß seiner Anweisungen treu üben, göttliches Licht, göttlichen Klang und göttliche Schwingung wahrnehmen. Sie werden frei sein von allen weltlichen Sinnen. Sie werden wahren Frieden finden. Sie werden realisieren, dass die Seele, ya, die ganze Arbeit, kri, macht.

Dieser menschliche Körper beinhaltet eine große Anzahl von Nerven. Gemäß der Prashna Upanishade (3:6) sind es genau 727,210,201 Nerven. Durch unseren Atem bleibt unser Blut flüssig und zirkuliert durch den ganzen Körper. Der Atem ist die lebendige Kraft Gottes in uns. Atem ist dharma. Dharma bedeutet „das, was das Leben zusammenhält,“ und das ist die Religion.

Kriya Yoga legt äußersten Wert auf die Atmung. Wahrlich, Atemkontrolle ist Selbstkontrolle, Atembeherrschung ist Selbstbeherrschung und Atemlosigkeit ist Unsterblichkeit. Wenn Sie diesen einen sehr kurzen Atem beherrschen und die Erfahrung der Gegenwart Gottes in der Fontanelle und der Hypophyse suchen, werden Sie Gelassenheit, inneren Frieden und Gottesverwirklichung erreichen. Die Bhagavad Gita (5:27) erwähnt diesen Atemzug: Wir sollten unsere Aufmerksamkeit auf die Hypophyse richten, einen sehr kurzen Atemzug nehmen und Ihn in der Hypophyse und der Fontanelle berühren. Wenn Sie Ihren Finger vor die Nase halten, dann muss der Atem so kurz sein, dass der ausgehende Atem den Finger nicht berührt.

Um den Sinn des Lebens zu verstehen, sollten die Menschen aller Religionen, Kulte und Glaubensrichtungen zuerst lernen, wie sie den Atem kontrollieren. Atemkontrolle ist die Grundlage aller Religionen und der schnellste Weg zum spirituellen Erfolg. Die Hatha Yoga Pradipika (4:34) besagt, „Wenn der Atem nicht kurz ist und innen das Gehirn berührt, wenn die punktgenaue Aufmerksamkeit in der Fontanelle nicht aufrecht erhalten wird, und wenn die Technik nicht einfach, leicht und schnell ist, ohne große Worte und komplizierte Konzepte, dann wird Ihr Praktizieren leer und nichtig sein.“

Wenn Sie den Atem extrem lieben, dann sind sie ein kriyavan. Sie werden göttliche Freude empfinden. Ihre Seele wird im Höchsten versunken sein. Wie die junge Braut ihren Ehemann liebt, wie der junge Bräutigam seiner Braut Liebe schenkt, wie der Geizkragen sein Geld liebt, ebenso sollte jeder den Atem lieben. Lieben Sie Ihren Atem und Sie werden die Wirklichkeit, die Wahrheit und die Freude erleben. Gelassenheit und Frieden werden sich automatisch einstellen und Sie werden letztendlich ein Brahmavid – ein Kenner des Höchsten – sein.